SWANTJE DAKE

In Stellingen entstand nach dem Krieg die erste Moschee Deutschlands

Gegenüber steht ein Klinkerbau. Rechts und links reihen sich Altbauten und Mehrfamilienhäuser aneinander. Rein bautechnisch ist die Fazle Omar Moschee an der Wieckstraße (Stellingen) integriert.

Auch menschlich ist die Gemeinde im Stadtteil mehr als akzeptiert. “Ich wohne seit 40 Jahren gegenüber. Es gab noch nie Probleme”, so Nachbar Wolfgang Raap. Für ihn ist es selbstverständlich, dass er das 50-jährige Jubiläum der ersten Moschee nach dem Zweiten Weltkrieg in dieser Woche mitfeiert.

Die Einweihung der Moschee am 22. Juni 1957 war ein gesellschaftliches Großereignis. “Das soll jetzt wieder so sein”, so Vorstandsmitglied Ijaz Ahmad. Gestern kamen Politiker, Konsule und Nachbarn zur Feierstunde. Am Sonntag ist die Moschee für einen Familientag geöffnet.

Offen und auf Dialog ausgelegt ist die Gemeinde seit ihrer Gründung. “Damals gab es einen pakistanischen Imam und 30 deutschstämmige Mitglieder”, berichtet Ahmad. Heute hat die Gemeinde der islamischen Reformgemeinschaft “Ahmadiyya Muslim Jamat” 2500 Mitglieder. Viele kommen aus Pakistan, die meisten haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Die Predigten werden auch auf Deutsch gehalten, auch Inschriften sind auf Deutsch: “Islam heißt Frieden”, “Allah ist der Einzige”. “Wir zeigen den wahren Islam, der mit Gewalt nichts zu tun hat.” Nachbar Raap kann daher Proteste gegen Moscheen nicht verstehen.

Ressort: HH Hamburg