© Foto: Sauda Jugendliche der Ahmadiyya-Gemeinde beim Frühjahrsputz in Sprendlingen.

386 Dreieicher aus Vereinen, vier Schulen Glaubensgemeinschaften, Gruppen und Unternehmen – darunter 146 Kinder – waren dem Aufruf des Magistrats zum Großreinemachen gefolgt und sammelten drei Stunden lang das ein, was ihre Zeitgenossen achtlos oder gezielt widerrechtlich in der Landschaft entsorgt hatten.
„25 Kubikmeter, das sind rund vier Kubikmeter mehr als im vergangenen Jahr“, stellte Karl Markloff, Ressortleiter Entsorgung und Baubetrieb bei der Stadt, fest. 2008 hatten sich aber auch rund 90 Menschen weniger an der Putzaktion beteiligt.

„Wir wollen mit unserer Teilnahme ein Zeichen setzen für eine saubere Stadt “,sagt Wolfgang Heinze, der mit 13 weiteren Mitgliedern des Sprendlinger Odenwaldklubs im Gebiet rund um das Seegewann und die Baierhansenwiesen unterwegs war.

Dort trug auch Vaji Ahmed Shah Müll und Abfall zusammen und füllte mit neun Mitstreitern etliche blaue Müllsäcke. Der 24-Jährige ist Betreuer der Jugendgruppe der Dreieicher Ahmadiyya-Gemeinde. „Reinheit und Reinigung gehören zu unserem Glauben“, so der junge Mann. „Außerdem wollen wir alle doch gerne in einer sauberen Stadt leben“, fügt Abdul Wajid Muneem (17) hinzu. Gefunden haben die zehn Jungs – insgesamt gehören der Jugendgruppe 37 Mitglieder an – auch eher kuriose Dinge wie eine Ein-Dollar-Banknote und eine überdimensional große Whiskey-Flasche.

© Foto: SaudaSchüler der Heinrich-Heine-Schule entsorgen ein Klapprad.

„Diese Aktion passt hervorragend zu unserem Thema“, findet Nicole Bondaug. Die Sozialpädagogin betreut an der Heinrich-Heine-Schule den Kurs „Service learning“, ein Angebot, das sich an Schüler der achten und neunten Klassen wendet. „Insgesamt gehören 40 Mädchen und Jungen dazu. Heute machen 14 beim Frühjahrsputz mit“, berichtet die Pädagogin. In dem Kurs beschäftigen sich die Schüler mit Problemen, die es in der Stadt gibt, und erörtern, „was man dagegen tun kann“. Der 14-jährige Daniel Dieckmann gehört zu dieser Gruppe, ist zum ersten Mal bei der Putzaktion dabei, wundert sich aber nicht über die Mengen, die die Schüler zusammengetragen haben. „Ich habe mir schon gedacht, dass wir so viel finden“, meint er und wirft ein verrostetes Klapprad in den großen Container.

Mitglieder des Jugendtreffs des Forums Sprendlingen Nord kehrten nach einem kräftigenden Frühstück quasi vor der eigenen Haustür. Sie waren mit Rifki Kestem (Kinder- und Jugendförderung) einige Stunden auf Achse.

Nach den vielen Mühen erhielten die Teilnehmer eine Urkunde und ein Mittagessen auf dem Areal des Bauhofs.