Deutsch-islamische Architektur Eine neue Moschee für Augsburg
In Augsburg leben rund 270.000 Menschen, von denen jeder dritte einen Migrationshintergrund hat. Die Muslime bilden die zweitgrößte Religionsgemeinschaft. Dennoch gibt es für sie in Augsburg noch keine angemessene Moschee. Bereits 2004 scheiterte ein Moscheebau der türkischen Ditib-Gemeinde. Das Vorhaben war zu groß, der Bau zu teuer. Jetzt ist ein neues Projekt in Planung und diesmal soll es besser klappen.
Das Baugrundstück für die geplante Moschee liegt in einem Wohn- und Gewerbegebiet an der Donauwörther Straße im Stadtteil Oberhausen, in dem die meisten Muslime in Augsburg leben. Geplant wird der Neubau von der Glaubensgemeinschaft “Ahmadiyya Muslim Jamaat in der Bundesrepublik Deutschland e.V.”, die eine spezielle Glaubensrichtung innerhalb des Islam pflegt.
Bauantrag ist bereits eingereicht
Die erste Hürde für die neue Moschee ist schon genommen: Im Mai 2008 war die Bauvoranfrage in Augsburg grundsätzlich genehmigt worden, nachdem man auf ein geplantes 15 Meter hohes Minarett verzichtet hatte. Anfang Februar hatten die Ahmadiyyas dann den Bauantrag eingereicht.
Muslimische Minderheit
Die Gemeinschaft der Ahmadiyya-Muslime ist eine Minderheit innerhalb des Islam, die teilweise Verfolgungen ausgesetzt ist. Die islamische Reformgemeinde, die sich aufs Schärfste vom religiös motivierten Terrorismus distanziert, ist in 176 Ländern vertreten. 230 Gemeinden zählt sie in Deutschland.
Jetzt müssen noch die Anlieger der Moschee zustimmen. Deshalb ist die Ahmadiyya-Gemeinde gerade dabei, Briefe an die Eigentümer zu verschicken, um die Unterschriften einzuholen. Wo es möglich ist, gehen sie persönlich vorbei – ein erster Schritt, um die künftigen Nachbarn kennenzulernen.
Die geplante Moschee
Die neue Moschee soll 350.000 Euro kosten und wird etwa so groß sein wie ein Einfamilienhaus. Die Grundfläche beträgt 380 Quadratmeter und die Höhe samt einer Kuppel 9 m. Im Inneren soll es getrennte Gebets- und Waschräume für Männer und Frauen geben sowie ein Büro.
Gute Integration ist wichtig
Doch nicht nur zwischenmenschlich soll die Integration klappen, auch die architektonische Eingliederung in die Umgebung ist allen Beteiligten wichtig. Die Stadtplaner legen großen Wert darauf, dass die Fassade des Gebäudes sich am Straßenverlauf orientiert. Die Ausrichtung nach Mekka soll in den Gebetsräumen erfolgen. Ein weiteres Thema ist die Gestaltung der Freiflächen, aber grundsätzliche Kritik gibt es nicht mehr.
Gute Zusammen arbeit auf allen Seiten
Die Beratung für die Moschee in Augsburg übernimmt die Leitung des Stadtplanungsamtes selbst. Es ist doch ein besonderes Projekt für die Stadt – da will man das Bestmögliche erreichen. Doch auch wenn das Prozedere des Bauantrages wohl noch eine Weile dauern wird: Die Beteiligten sind zuversichtlich, dass diesmal alles klappt und sich auch für die gestalterischen Fragen eine Lösung finden wird.


