Von Kerstin Prosch

TAG DER OFFENEN MOSCHEE Ahmadiyya-Gemeinde verweist auf Gemeinsamkeiten zwischen Islam und Christentum

Er hat schon Tradition: Der Wohltätigkeitslauf der Ahmadiyya-Gemeinde, die ihn erneut am 25. Oktober veranstaltet.Archiv/Müller

“Schuhe aus”, heißt es an der Tür zum Gebetszentrum der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde Mainz-Wiesbaden in der Mainzer Straße. Hinter dieser Regelung verbergen sich allerdings keine religiösen, sondern schlicht hygienische Gründe. “Schuhe sind oft dreckig und den Gebetsplatz wollen wir sauber halten”, erklärt Sheharyar Munib, stellvertretender Vorsitzender der Gemeinde, beim bundesweiten “Tag der offenen Moschee”.

900 Mitglieder

Die Veranstaltung soll das Miteinander fördern. Jeder ist eingeladen, sich das Gebetszentrum anzuschauen und Fragen zu stellen. “Unsere Gemeinde zählt über 900 Mitglieder”, berichtet Munib.

Seit 2002 hat sie in der Mainzer Straße ein Gebetszentrum. Nächstes Ziel ist der Bau einer Moschee. Dafür fehlt bisher aber noch ein Grundstück. Findet sich ein geeignetes Areal soll intensiv das Gespräch mit der Bevölkerung gesucht werden, um von Anfang an möglichen Ängsten und Sorgen zu begegnen. Immerhin soll die Moschee ein Ort des Friedens für alle sein. Ausdrücklich grenzt sich die Ahmadiyya-Gemeinde von Extremisten ab. “Sie interpretieren den Koran für politische Zwecke falsch”, schimpft Umer Malik. Er verweist beim “Tag der offenen Moschee” vor allem auf die Gemeinsamkeiten zwischen Islam und Christentum. Beide Religionen kennen einen Gott, eine heilige Schrift und Gebote.

Weitere Informationen gibt es bei einer Ausstellung im Gebetszentrum. “Die haben wir extra für den Tag der offenen Moschee gemacht”, erzählt Malik. Die Ausstellung informiert über den Propheten Hazrat Mirza Ghulam Ahmad, der von 1835 bis 1908 lebte und auf den sich alle Ahmadiyya-Muslim-Gemeinden beziehen. Nach dessen Tod widmeten sich gewählte Kalifen der Aufgabe, sich für den friedvollen Islam einzusetzen. Vom 3. Kalifen stammt die Aussage “Liebe für alle, Hass für keinen”.

“Das ist heute das Motto unserer Gemeinde”, sagt Muzafar Mehmood. Der 4. Kalif rief die Organisation “Humanity first” ins Leben, die sich bei Entwicklungsprojekten und in Katastrophenfällen engagiert. Der Einsatz für den guten Zweck und der “Dienst am Menschen” liegt auch der Ahmadiyya-Gemeinde Mainz-Wiesbaden am Herzen. Am 25.Oktober organisiert sie daher zum dritten Mal einen Wohltätigkeitslauf. “Unser Ziel ist, dass diese Veranstaltung ein fester Bestandteil in der Stadt wird”, betont Mehmood. Die Schirmherrschaft für den Wohltätigkeitslauf hat Oberbürgermeister Helmut Müller übernommen. Der Erlös soll an Bärenherz und Zwerg Nase fließen. Bei der Ausstellung sind Bilder der vergangenen Läufe zu sehen, ebenso wie Bilder anderer Gemeindeaktivitäten. Die Ausstellung befindet sich im Gebetsraum der Männer, die Frauen haben einen eigenen Gebetsraum. Kinder können sich bis zu ihrem siebten Lebensjahr frei entscheiden, ob sie Mama oder Papa begleiten. Gebetet wird fünfmal am Tag zu festen Zeiten.