Tag der offenen Moschee bei der Gemeinde der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Usingen

Mitglieder der islamischen Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat begrüßten die Gäste zum Tag der offenen Moschee. Bild: Kreutz

(ek). Die Menschen aus dem Usinger Land hatten am Samstag, dem Tag der deutschen Einheit, die Gelegenheit, beim Tag der offenen Moschee die Gemeinde der Ahmadiyya Muslim Jamaat Usinger Land kennenzulernen und sich einen Eindruck von der Bait-ul- Huda Moschee in der Raiffeisenstraße 17 in Usingen zu verschaffen.

Die Aktion wird auf Initiative des Zentralrats der Muslime in Deutschland seit 1997 jährlich bundesweit am Tag der deutschen Einheit veranstaltet. Dieses Datum soll die Verbundenheit mit der deutschen Gesellschaft und die Bedeutung der religionsübergreifenden Verständigung in Deutschland hervorheben.

“Liebe für alle – Hass für keinen” ist das Motto der islamischen Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat. Deren Mitglieder begrüßten zahlreiche Besucher unterschiedlichster Religionen zum Tag der offenen Tür und standen in Gesprächen Rede und Antwort zu religiösen wie gesellschaftlichen, aber auch politischen Themen. In den Gesprächen ging es immer wieder auch um Unterschiede wie Gemeinsamkeiten in den abrahamischen Religionen, aber auch um das Ziel der Ahmadiyyas, den “ursprünglichen Islam”, der in vielen anderen muslimischen Richtungen in Vergessenheit geraten sei, wiederherzustellen und praktisches Vorbild für Liebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit zu sein. Ein großes Anliegen der Ahmadiyya-Muslime sei der friedliche Dialog zwischen den unterschiedlichen Glaubensrichtungen.

“Es kommen jedes Jahr Besucher erstmals in unsere Moschee. Viele Menschen kommen aber auch jedes Jahr wieder zu uns, wenn sie einmal hier waren”, erklärte Mohammad Ilyas aus Frankfurt, der bei den Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland zuständig ist für den interreligiösen Dialog. Es gelte einen gemeinsamen Nenner für das Zusammenleben in einer gemeinsamen Gesellschaft zu finden. Dazu müsse man aufeinanderzugehen und versuchen, sich gegenseitig kennenzulernen. Im dörflichen oder kleinstädtischen Bereich sei das oft leichter, meinte Ilyas und begrüßte es, dass man gerade in Usingen feststellen könne, wie Hürden abgebaut würden und sich Beziehungen zwischen Menschen verschiedener Kulturen entwickeln. Auch der vom Ausländerbeirat organisierte Friedensmarsch habe gezeigt, dass in Usingen viele gemeinsam an einem Strang ziehen.

Wer sich beim Tag der offenen Moschee weitergehend informieren wollte, der fand Bücher, Audio- und Videokassetten oder Broschüren zu den Grundlagen des Islam, speziellen Frauenthemen oder die Religion des Friedens. Auch im Gebetsraum der Frauen im unteren Stockwerk fanden angeregte Gespräche und Diskussionen statt.

Viele Besucher, auch diejenigen, die vielleicht mit einer gewissen Skepsis gekommen waren, schätzten die Gastfreundschaft der Ahmadiyya Muslime und nahmen die Einladung zu pakistanischen Spezialitäten, Kaffee, Tee und Kuchen an. Wichtig war den Ahmadiyyas zu signalisieren, dass niemand Angst haben müsse, bekehrt zu werden. Die Gastgeber wiesen ihre Besucher abschließend darauf hin, dass die Moscheen und Gebetszentren der Ahmadiyya-Muslime das ganze Jahr jedem, egal ob Muslim, Christ oder Andersgläubiger, zum Beten, Meditieren oder Entspannen zur Verfügung stehen.

Auch für zahlreiche Kommunalpolitiker ist der Besuch beim jährlichen Tag der offenen Tür der Ahmadiyya Muslime in Usingen inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Bürgermeister Matthias Drexelius (CDU), der an diesem Tag für den Krankenhaus-Förderverein im Einsatz war, hatte seinen Besuch in der Moschee für den Nachmittag angekündigt.