Weil der Stadt In der Moschee der Ahmadi-Gemeinde steht beim Tag der offenen Tür der Dialog im Mittelpunkt. Von Ralf Recklies
Mehr als 500 Interessierte haben am Wochenende die Möglichkeit genutzt, in Weil der Stadt bei einem Tag der offenen Tür die Qamar-Moschee der Ahmadi-Gemeinde für Leonberg, Renningen und Weil der Stadt zu besichtigen. Nicht nur Gemeindepräsident Anwar Khan war von dem großen Zuspruch begeistert. Auch der für insgesamt 30 Gemeinden zuständige Imam Mohamman Ahmed Raschid war zufrieden, dass so viele Besucher gekommen sind, um einmal einen Blick hinter die Fassaden des islamischen Gotteshauses zu werfen.
“Viele der Besucher sind am Ende mit einem völlig anderen Bild, als sie es anfangs von uns gehabt haben, nach Hause gegangenen”, sagen Imam Mohamman Ahmed Raschid sowie Anwar Khan nach zahlreichen persönlichen Gesprächen.
Auch Angelika Brombacher, die Leiterin der Leonberger Volkshochschul-Außenstelle Weil der Stadt, hat einen positiven Eindruck mitgenommen. Anlässlich des Tages der offenen Tür hatte die VHS einen gemeinsamen Moschee-Besuch angeboten. Mehr als 50 Interessierte folgten dieser Einladung und nutzten die Gelegenheit, sich erst von Gemeindepräsident Anwar Khan das noch junge Gotteshaus mit Gebets-, Funktions- und Verwaltungsräumen zeigen zu lassen, um hernach in einen direkten Dialog mit zahlreichen Mitgliedern der Gemeinde zu treten. “Die Teilnehmer haben durchweg großes Interesse gezeigt und waren sehr aufgeschlossen”, sagte Angelika Brombacher. Was sie besonders freute: Den meisten Teilnehmern ging es nicht nur darum, die fremden Räume zu sehen, sondern wirklich in den Austausch mit den Islamgläubigen zu gehen. “Die Gespräche waren nie oberflächlich”, erklärte Brombacher. Selbst kritische Fragen seien stets beantwortet worden.
Imam Mohamman Ahmed Raschid und Anwar Khan als Vorsteher der Gemeinde waren von der Offenheit der Besucher angetan. Anfeindungen habe es zu keiner Zeit gegeben, viele der Gäste seien stattdessen sogar bereits mit umfassenden Vorinformationen gekommen, “so dass intensive Gespräche geführt werden konnten”, erklärte Sabahuddin Zia, ein Verwaltungsmitarbeiter. Zufrieden waren die Veranstalter auch darüber, dass es eine gute Mischung von Besuchern gewesen ist: “Über alle Generationen und Glaubensrichtungen hinweg, Frauen wie Männer.” Besonders viele junge Leute hätten sich informiert.
Unter ihnen der 23-jährige Andreas Schleimann: “Ich hatte von der Moschee gehört, war aber noch nie in einer gewesen.” Es sei interessant gewesen, die schlichten, aber doch sehr ansprechend und einladend gestalteten Räume zu sehen. Auch dass es viele Möglichkeiten gab, sich mit dem Koran auseinander zu setzen, fand er gut. Befremdlich für ihn aber, dass Männer und Frauen in getrennten Räumen beten. Die Gebetsrituale konnte die Besucher übrigens zu den vorgegebenen Gebetszeiten direkt miterleben.
Die Moschee ist für die Gläubigen täglich geöffnet. Dann seien auch – wie zu allen anderen Aktivitäten der Gemeinde – Gäste stets willkommen.