BERLIN – Die Sehitlik-Moschee im Berliner Bezirk Neukölln ist der Stolz vieler Türken. Sie ist ein aufwendiger Zentralkuppelbau im osmanischen Stil mit handgefertigten Kacheln und reichem Kalligraphieschmuck. Weit über 30 Meter ragen ihre beiden schlanken, schneeweißen Minarette mit den typischen Spitzdächern in die Höhe. Einen vergleichbaren Bau mit hohen Minaretten gibt es in der Hauptstadt nicht, abgesehen von einem bereits in den 1920er Jahren entstandenen Sakralbau der Ahmadiyya-Gemeinde nach indischem Vorbild.
Der Schweizer Volksentscheid gegen den Bau neuer Minarette sorgt hier für Empörung. Der Islamlehrer Ibrahim Al-Katib macht am Montag mit seinen Schülern einen Ausflug zur Sehitlik-Moschee am stillgelegten Berliner Flughafen Tempelhof. Zum Votum der Schweizer sagt Al-Katib: «Das ist eine falsche Entscheidung.» Der Islam sei ein Teil Europas geworden. Wer Minarette verbiete, gebe Muslimen das Gefühl, nicht willkommen zu sein. «Ich dachte, die Schweizer wären toleranter.» Mehr