Damit alles wieder schön propper ist: Während Stade noch schlummert, greifen Ehrenamtliche und Putzkolonnen zum Besen
STADE. Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung. Nicht so am Neujahrsmorgen. Manche Straßenzüge im Landkreis sehen aus wie nach einem Bombeneinschlag. So auch der Pferdemarkt in Stade: zerfetztes Papier, Plastikkappen, Raketen-Stecken und Baustein große, leer geschossene Batterien. Während Stade schläft, packen andere zu.
7 Uhr: Ein Poltern ist aus der Hökerstraße zu hören, begleitet von einem rhythmischen Schrappen. Schrr, schrr, schrr… kommt es immer näher. 14 dunkle Gestalten biegen aus der Sattelmacherstraße auf den Pferdemarkt ein, wo um Mitternacht Hunderte mit großem Krawall das neue Jahr feierten. Lange Reisigbesen führen die jungen Leute mit sich – schrrr, schrr, schrr – einer zieht eine Mülltonne neben sich her, bückt sich und nimmt eine der Batterien, wirft sie in die Tonne.
Hier sind keine Ein-Euro-Kräfte zwangsverpflichtet am Werk, sondern junge Moslems, die freiwillig am Neujahrsmorgen in der Innenstadt groß Reinemachen. “Wir tun das im Dienste der Menschheit” so die verblüffende Auskunft von Zeeshan Rajput. Der 30-Jährige leitet die Jugendorganisation der Stader “Ahmadiyya-Muslim-Jamaat”-Glaubensgemeinschaf. Mehr